Bayerischer Untermain

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31.03.2010

PressemitteilungKirchzell trauert um Altbürgermeister und Ehrenbürger Albrecht Wörner


 

Nach längerer Krankheit verstarb der Altbürgermeister und Ehrenbürger des Marktes Kirchzell Albrecht Wörner am 30. März 2010 im Alter von 80 Jahren. In seiner langen politischen Laufbahn hat Albrecht Wörner Entwicklung und Geschichte des Marktes Kirchzell wesentlich geprägt. Bereits im Jahr 1960 wurde er im Alter von 31 Jahren in den Marktgemeinderat gewählt. Nach zwei Wahlperioden im Gemeinderat wählten ihn die Kirchzeller Bürgerinnen und Bürger im Jahr 1972 zum 1. Bürgermeister. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden im Jahr 1990 insgesamt 18 Jahre mit großem Engagement und viel Herzblut. In seiner Amtszeit wurden der Neubau der Volksschule, der Umbau des Rathauses, die zentrale Wasserversorgung und die Teichkläranlage mit den Sammelkanälen verwirklicht. Die Wohnbaugebiete „Brunnenäcker“, „Fluräcker“ und „Sandäcker“ wurden ebenso ausgewiesen und erschlossen wie das Gewerbegebiet Buch. Albrecht Wörner hat damit die Weichen gestellt, dass bauwillige Kirchzeller in ihrer Heimatgemeinde Bauplätze zur Verfügung hatten und die Ansiedlung von Gewerbe möglich war. Eines seiner Hauptanliegen war die Errichtung des Waldmuseums Watterbacher Haus, das er mit viel Ausdauer und Energie vorangetrieben hat. Besonders in Erinnerung geblieben ist sein Kampf um die Selbständigkeit der Verwaltung der Marktgemeinde, die 1978 zwangsweise in die Verwaltungsgemeinschaft Amorbach eingegliedert wurde. Albrecht Wörners hartnäckigem Auftreten und seinem Mut, sich auch mit den Ministerialbehörden in der Landeshauptstadt auseinanderzusetzen, ist es letztlich zu verdanken, dass die Verwaltungsgemeinschaft zu Beginn des Jahres 1980 wieder aufgelöst wurde und die Mitgliedsgemeinden ihre volle Selbständigkeit erhielten. Sein Handeln als Bürgermeister war geprägt von Aufgeschlossenheit, Weitsicht und dem Mut, neue Wege zu beschreiten.
 
Neben seinem Engagement für den Markt Kirchzell hat Albrecht Wörner die Region dreißig Jahre im Kreistag vertreten und sich in dieser Zeit nachdrücklich für die Menschen und Bedürfnisse der strukturschwachen Odenwaldgemeinden eingesetzt.
 
Sein großes Interesse galt den Ortsvereinen, die er immer engagiert unterstützt hat. Herausragend war dabei sein vorbildlicher und unermüdlicher Einsatz für den Turnverein Kirchzell, den er von 1960 bis 1994 als 1. Vorsitzender führte. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Leistungen und Verdienste wurde er nach seiner langen Amtszeit zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Unter seiner Führung wurden mit dem Freisportgelände im Jahr 1966 und der Turnhalle in der Zeit von 1973 bis 1976 zwei Einrichtungen geschaffen, die mit ihren optimalen Trainingsmöglichkeiten die Grundlagen für die überragenden sportlichen Erfolge des Turnvereins bildeten und damit zur Bekanntheit der Marktgemeinde Kirchzell weit über die Region hinaus beigetragen haben.
 
Sein Einsatz und seine außergewöhnlichen Verdienste wurden 1989 mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande gewürdigt. Die Marktgemeinde hat sein Wirken geehrt, in dem sie ihm im Jahr 1990 die erste Bürgermedaille in Gold verliehen und ihn im Jahr 1994 zum Ehrenbürger ernannt hat.
 
Auch in seinem wohlverdienten Ruhestand hat Albrecht Wörner immer noch großes Interesse am Geschehen in der Gemeinde und deren Entwicklung gezeigt. Sein Rat, sein vielseitiges Wissen und seine große Erfahrung waren immer wieder gefragt und hilfreich. Seine Offenheit und Geradlinigkeit, sein Humor und seine Hilfsbereitschaft haben seinen Umgang mit den Menschen geprägt und werden in Erinnerung bleiben.
 
Albrecht Wörner hat sich durch seine Lebensleistung und sein Wirken einen Platz in der Geschichte seiner Heimatgemeinde erworben. Wir werden ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren.
 
Unsere Anteilnahme gilt seiner Frau Roswitha, die ihn während seiner Amtszeit ebenso unterstützt hat wie während seiner Krankheit sowie seinen Töchtern mit ihren Familien.