Bayerischer Untermain

Geo-Naturpark Bergstrasse-Odenwald

10.12.2008

PressemitteilungFreigabe der Kreisstraße MIL 42 Buch-Mudau


“Der Landkreis freut sich, lange wurde für dieses Projekt gekämpft” so Landrat Roland Schwing bei der gestrigen Verkehrsfreigabe der neuausgebauten Kreisstraße MIL 42 / K3971 von Buch nach Mudau.

Mit der Freigabe der Verbindungsstraße zwischen dem Kirchzeller Ortsteil Buch und Mudau wird nach vielen Jahren ein langgehegter Wunsch erfüllt.


Die neu ausgebaute Straße lässt nicht nur die Bundesländer näher zusammenwachsen sondern ist auch ein deutlicher Beitrag zur Verkehrsicherheit. Gerade der Wunsch nach letzterem war bei dieser Verkehrsverbindung besonders ausgeprägt.

Die Kreisstraße MIL 42 im Landkreis Miltenberg und die Kreisstraße K3971 im Neckar-Odenwald-Kreis besitzt eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen dem Raum Amorbach/ Miltenberg und dem Raum Heilbronn/ Stuttgart sowie Richtung Heidelberg/ Mannheim. Aus diesen Fernverbindungen wird in einem hohen Maß der Verkehr zur B469 Richtung Aschaffenburg aufgenommen. Die ersten Planungen erfolgten bereits in den achtziger Jahren. Ein Teilbereich, die Ortsdurchfahrt Buch wurde bereits 2006 ausgebaut. Die Ausbaulänge von Buch bis zur Landesgrenze beträgt 4,25 km. Die Maßnahme wurde im September 2007 begonnen und ist bis auf kleine Restarbeiten fertig gestellt. Durch die Vollsperrung konnten die Bauarbeiten ca. fünf Monate früher fertiggestellt werden.

Um den Ausbau möglichst naturverträglich zu gestalten , wurde die neue Straßenachse an die bestehende Linienführung weitgehend angeglichen. Lediglich im Bereich engerer Kurven wurde die Achse verlegt und somit deren Gefährlichkeit entschärft.

Der Grunderwerb vom Landkreis Miltenberg mit Unterstützung des Marktes Kirchzell betrug ca. 28.000 qm für die Straßenplanung und ca. 23.000 qm für die Ausgleichsflächen. Die Baukosten betragen etwa 3,7 Mio. Euro zuzüglich Ausstattung und Grunderwerb mit etwa 0,35 Mio. Euro. Der Ausbau wurde vom Freistaat Bayern mit 70 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten gefördert. Dieser trägt auch die Planungskosten in Höhe von 5 Prozent.

Die Verkehrströme werden sich nun wieder verteilen, in Gemeinden wie Schneeberg und Rippberg werden die Verkehrszahlen mit der Freigabe dieser Straße wieder zurückgehen.

Landrat Dr. Achim Brötel vom Neckar-Odenwald-Kreis sprach von 516 Tagen intensiver Arbeit und bewegten Zeiten für den Radweg mit einem Auf und Ab wie im tiefsten Odenwald. Er bezeichnete es als ein beispielloses Gemeinschaftsprojekt der beiden Landkreise mit dem der Grenzverkehr zwischen Bayern und Baden- Württemberg auf eine neue Grundlage gestellt wird. Ein langgehegter Wunsch geht in Erfüllung, bei einem Veteranentreffen würde mancher sagen: “Dass ich das noch erleben darf.” Man muss eben nur lange genug durchhalten, so Brötel. Nach einer so langen Vorlaufzeit ging es am Ende doch vergleichsweise schnell. Ein weiterer Grund zur Freude ist auch, dass der durchgängige Radweg doch noch geklappt hat.

Verwaltungs- und Ländergrenzen sind gerade beim Straßenbau nie im Wege gestanden, sagte Brötel. Seit zehn Jahren schon finden auch die regelmäßigen Treffen der Odenwaldlandräte statt. Im Rahmen dieser Treffen ist auch die Idee geboren worden, die Landesstraße kurzer Hand in Kreisobhut zu übernehmen, um den längst überfälligen Ausbau zu beschleunigen. Nachdem die Länder signalisiert hatten, Zuschussmittel bereit zu stellen war die Grundvoraussetzung für dieses Projekt geschaffen. Der Neckar-Odenwald-Kreis hat in dieses Projekt rund 3 Mio. Euro investiert. Das Land Baden-Württemberg beteiligte sich mit 65,3 Prozent der Gesamtkosten. Noch rund 1,1 Mio. Euro Eigenmittel des Neckar-Odenwald-Kreises waren nötig. Zusätzliche Draht-Schotterkörbe, um den Eingriff in die Landschaft zu minimieren, hatten zu Mehrkosten geführt.

Jetzt kann der Verkehr wieder rollen, so richtig gefeiert wird erst im Frühjahr, wenn auch der neue Radweg fertiggestellt ist und einen wichtigen Lückenschluss zwischen Main und Neckar darstellt. Dann ist die ganze Bevölkerung eingeladen “anzuradeln”.

Norbert Biller, Leiter des staatlichen Bauamtes in Aschaffenburg ging noch auf die technischen Gegebenheiten der Strecke ein. Die alte Fahrbahn mit 5,25 m Breite führte vor allem in den kurvigen Waldbereichen beim Begegnungsverkehr mit Lastkraftwagen zu erheblichen Beeinträchtigung der Sicherheit. Ein weiteres Problem war der spitzwinklige Knoten am Abzweig zur MIL 17 nach Preunschen. Die Fahrbahnbreite beträgt nun von Buch bis zum Waldbeginn in jeder Richtung 3,25m, so dass sich eine Gesamtfahrbahnbreite von 6,50 m ergibt. Im Waldbereich wurde die Ausbaubreite auf 6 m reduziert, da hier eine Mehrbreite von 0,50 m sehr kostenintensiv gewesen wäre. Hangseitig schließt sich an die Fahrbahn eine 0,34 m breite Rinne an. Bei der Straßenverkehrszählung im Jahr 2005 wurden 2.290 Fahrzeuge, davon 14 Prozent Schwerlastverkehr gezählt. Der Fahrbahnaufbau beträgt 65 cm. Der teerhaltige Straßenaufbruch wurde im Mischwerk umhüllt und als Fundationsschicht wieder verwendet. Die Stützbauwerke haben eine max. Höhe von 6,0 m und eine Länge von ca. 800 m. Es wurden 3500 qm Gabionenkörbe verbaut.