Bayerischer Untermain

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14.06.2021

PressemitteilungAus der Gemeinderatssitzung vom 28.05.2021


Feststellung des Bilanzabschlusses der Wasserversorgung für das Jahr 2019
Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband hat den kaufmännischen Jahresabschluss für das Wirtschaftsjahr 2019 für die Wasserversorgung erstellt und geprüft. Der Jahresverlust beträgt demnach ca. 14.000,00 € nach 6.000,00 € im Vorjahr. Die Wasserverluste liegen in 2019 bei rd. 34,6 % (Vorjahr 28,4 %). Sie liegen weiterhin deutlich über dem Sollwert von 10 bis 15 %. Der Gemeinderat stellte den Jahresabschluss mit 1.182.317,67 € in Aktiva und Passiva bei einem Verlust von 13.506,17 € laut Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung fest. Dieser Jahresverlust wird auf neue Rechnung vorgetragen. Verbindlichkeiten bei der Gemeinde werden weiterhin mit 2,5 % über dem Basiszinssatz der europäischen Zentralbank verzinst. Zukünftig werden vom Wasserwerk, bei Erreichen des Mindestgewinns (1,5 % vom Sachanlagevermögen), die Höchstsätze Konzessionsabgabe entsprechend der Konzessionsabgabenanordnung (KAE) an den Markt Kirchzell abgeführt. Es wurde weiterhin beschlossen, dass Gewinne des Betriebs gewerblicher Art (BgA) Wasserversorgung bis auf weiteres der Rücklage zugeführt werden.

Sanierung des Hochbehälters Kirchzell: Beschluss über die Durchführung der Maßnahme zum Antrag nach RZWas
Der Hochbehälter Kirchzell, bestehend aus zwei Kammern mit jeweils 250 m² Fassungsvermögen wurde in den 70er Jahren errichtet. Aufgrund des langen Zeitablaufes ist eine Sanierung des Hochbehälters geboten. Dies ist auch vom Gesundheitsamt bei den Kontrollen mehrfach bereits angemahnt worden. Das Gesundheitsamt beanstandet den Zustand der Betoninnenwand der Wasserkammern. Die erforderliche Variantenprüfung nach der RZWas durch das Ingenieurbüro Klingenmeier ergab, dass die Auskleidung des Hochbehälters mittels Epoxidharzbeschichtung mit voraussichtlichen Kosten i.H.v. 286.250,00 € netto die wirtschaftlichste Variante darstellt. Demgegenüber stehen die anderen untersuchten Varianten mit folgenden Kosten: Neubau (936.820,00 € netto), Edelstahl (340.750,00 € netto), PE-Platten (327.125,00 € netto).
Die Gesamtkostenberechnung schließt bei der wirtschaftlichsten Alternative über alle Kostengruppen mit 340.637,50 € incl. MwSt.
Im Rahmen der Variantenprüfung durch das Ingenieurbüro Klingenmeier hat das Büro zur Variante Epoxidharzbeschichtung folgende Feststellung getroffen: „Des Weiteren sollte berücksichtigt werden, dass diese Beschichtungen immer in unterschiedlichen Konzentrationen Weichmacher (z.B. Bisphenol A) enthalten werden, die in den Härtern nötig sind und diese ggfs. an das Trinkwasser abgeben können. In Verbindung damit gilt zu beachten, dass die EU permanent ihre Schadstoffrichtlinien überarbeitet und es nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese Harze in Zukunft als schadstoffhaltig eingestuft werden.“
Aufgrund dieser Feststellungen des Ingenieurbüros ist in der Sitzungsvorbereitung die Überlegung aufgetaucht, anstelle der geplanten Epoxidharz-Beschichtung eine Edelstahl-Beschichtung vorzunehmen.
Deswegen wurde das beauftragte Ingenieurbüro um fachliche Beurteilung gebeten. Die Herren Klingenmeier und Müller gaben in der Sitzung ihre Beurteilung aus fachlicher Sicht ab und beantworten Nachfragen aus dem Gemeinderat wie folgt:
Die jetzige Beschichtung müsse bei allen möglichen Varianten entfernt werden. Ein Neubau mache wenig Sinn, da der Beton noch in gutem und sanierungsfähigem Zustand sei. Somit bleiben noch die Varianten Auskleiden mit Edelstahl, Auskleiden mit PE-Platten und Beschichtung mit Epoxidharz übrig. Das Epoxidharz werde direkt auf den Beton aufgebracht, sodass auch weiterhin ein Betonschutz gewährleistet sei. Im Gegensatz dazu sei beim Auskleiden der Wasserkammern mit PE-Platten oder Edelstahl eine Unterkonstruktion erforderlich, wodurch ein Luftspalt zwischen Verkleidung und Beton entstehe. Die Beschichtung mit Epoxidharz sei die kostengünstigste Variante. Diese habe den Vorteil, dass aufgrund des flüssigen Zustandes des Epoxidharzes Übergänge, z.B. an Rohren leicht hergestellt werden können. Die Epoxidharzbeschichtung enthalte zwar Weichmacher, sei aber für die Wasserversorgung zugelassen und entspreche – wie auch die anderen Varianten – den anerkannten Regeln der Technik. Epoxidharzbeschichtungen werden schon sehr lange eingesetzt und seien bei Bedarf gut zu reparieren. Bei Edelstahl könne durch Ausgasungen Korrosion entstehen, sodass entsprechende Pflegemaßnahmen notwendig werden. Auch die Decken der Wasserkammern müssten mit Edelstahl verkleidet werden.
Die gemeindlichen Wassermeister sprechen sich für eine Epoxidharzbeschichtung aus. Sie weisen darauf hin, dass auch die als Wasserleitungsrohre verwendeten PE-Rohre Bisphenole, also Weichmacher, enthalten. Als problematisch wird bei einer Edelstahlauskleidung die Korrosionbildung im Schwankungsbereich des Wassers durch das vorhandene Chlordioxid gesehen. Des Weiteren ist zu beachten, dass bei eingeschweißten Edelstahlplatten zwischen Betonwand und Rückseite der Edelstahlplatte ein Spalt entsteht, in dem sich Kondenswasser bilden kann. Dieses kann durch den Kontakt mit dem Beton und Edelstahl aggressiv wirken.
Auch können auf der Rückseite der Edelstahlplatten die Schweißnähte nicht gebeizt und endbehandelt werden. Hierbei ist zu beachten, dass Schweißnähte immer ein Schwachpunkt für Undichtigkeiten sind, die dann an der Rückseite nicht erkannt werden könnten.
Zur Förderfähigkeit der beiden Varianten nach der RZWas hat das Wasserwirtschaftsamt erklärt, dass beide Alternativen förderfähig sind.
Gemeinderat Peter Schwab sprach sich für die Epoxidharzbeschichtung aus, da diese für eine Bestandssanierung die geeignetste Lösung sei.
Der Gemeinderat beschloss die Sanierung des Hochbehälters Kirchzell auf der Grundlage der Variantenuntersuchung des Ing.-Büro Klingenmeier mit Epoxidharzbeschichtung vorzunehmen. Die Verwaltung wurde beauftragt, den Förderantrag nach der RZWas zu stellen.

Dorfladen
Die Sitzung des Arbeitskreises hat am 18.05.2021 als Online-Veranstaltung stattgefunden. Herr Hahn hat in diesem Rahmen nochmals das Ergebnis der Fragebogenaktion vorgestellt. Der Arbeitskreis war sich angesichts des positiven Ergebnisses einig, das Projekt weiterzuführen. Im Nachgang zur Arbeitskreissitzung wurde die Power-Point-Präsentation aus der Sitzung vom 07.05.2021 auf die gemeindliche Homepage gestellt. Als nächster Schritt muss der Gemeinderat über die Weiterführung des Projektes entscheiden. Herr Hahn hat hierfür ein Angebot vorgelegt. Die Beratung über das Angebot erfolgt in nichtöffentlicher Sitzung.

Jahreshauptkontrolle der gemeindlichen Spielplätze durch den Sachverständigen Dipl.-Ing. Wilfried Prinzen, 63110 Rodgau
Der Sachverständige hat die Jahreshauptkontrolle der gemeindlichen Spielplätze einschließlich der Außenspielanlage der Kindertagesstätte „Abenteuerland“ und der Grundschule durchgeführt und einen ausführlichen Bericht vorgelegt. Gravierende, sicherheitsrelevante Mängel wurden dabei nicht festgestellt. Geringe Mängel wurden behoben. Instandhaltungshinweise werden beachtet. Auch die Terrasse des Schulgebäudeanbaus wurde angeschaut. Da sich direkt an der neuen Plattform vor dem Klassenzimmer keine nennenswerten Höhenunterschiede befinden, wäre dort keine Absturzsicherung nötig. Die gepflanzte lebende Hecke macht dennoch Sinn, damit die Kinder nicht an die unterhalb liegende, etwa 1,50 Meter hohe Mauer gelangen können. Dort sollte aber keine Absturzsicherung angebracht werden, um der Feuerwehr im Falle eines Einsatzes den Zugang hinter das Gebäude nicht zu erschweren.

Routinemäßige und mikrobiologische Untersuchung des Trinkwassers durch das Büro Dr. Nuss, Bad Kissingen
Das Institut Dr. Nuss hat am 18.05.2021 Proben des Reinwassers aus den Sammelmessstellen in Kirchzell entnommen und im Rahmen der routinemäßigen Untersuchungen chemisch und mikrobiologisch untersucht. Außerdem wurde im Rahmen der freiwilligen Überwachung eine Probe aus der Sammelmessstelle im Ortsnetz Watterbach mikrobiologisch untersucht. Nach den Untersuchungsbefunden vom 21.05.2021 sind bei allen Proben die Grenzwerte der nach der Trinkwasserverordnung zu untersuchenden Parameter eingehalten.

Spiel- und Bolzplatz in Kirchzell am Gabelbach unterhalb der Gaststätte „Fratelli“
Beim Spiel- und Bolzplatz am Gabelbach unterhalb der Gaststätte „Fratelli“ ist eine Nutzung des Spielplatzes bis 20.00 Uhr gestattet. Hinsichtlich der Nutzung des Bolzplatzes gibt es keine Festlegungen. Hier haben Anlieger darum gebeten, eine entsprechende Festlegung auch für den Bolzplatz zu treffen. Die Nutzung des Bolzplatzes wird fortan nur bis 20.00 Uhr gestattet.

Marktplatzhalle
Die Verkehrsspiegel zur Ausfahrt aus dem Erdgeschoss der Marktplatzhalle sind angebracht worden.

Einrichtung eines Schnelltestzentrums in der Parzivalhalle Amorbach
Das Landratsamt Miltenberg hat bekanntgegeben, dass ab Dienstag, 01.06.2021 für den Amorbacher Raum in der Parzivalhalle Amorbach ein Schnelltestzentrum eingerichtet wird.

Öffentliches Bücherregal
Gemeinderätin Brigitte Krug informierte, dass es im Pfarrheim keine Bibliothek mehr gäbe. Ein öffentliches Bücherregal würde deshalb sehr begrüßt werden. Gemeinderat Josef Schäfer bestätigte dies.